Fahrplan

MEGA Bildungsmillion

  1. Einreichphase 9. März - 5. Mai
  2. Screening Mai
  3. Hearing Fachjury 1. Juni
  4. Bekanntgabe TOP 6 5. Juni
  5. Videodrehs mit TOP 6 ab 5. Juni
  6. Start Online Voting September
  7. ORF Finale September
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Bildungssystem
Inside MEGA

Chancen-Fairness im österreichischen Bildungssystem – wie und warum?

Chancen-Fairness – sprich mehr Chancen im Bildungssystem für jedes Kind – ist einer der zwei Schwerpunkte innerhalb der Arbeit der MEGA Bildungsstiftung. Chancen-Fairness betrachten wir dabei vorrangig aus sozio-ökonomischer Sicht. Warum uns genau dies so wichtig ist, belegen auch jüngste Zahlen aus dem Nationalen Bildungsbericht in Österreich 2021

Obwohl jedes Kind die gleichen Chancen im Bildungssystem haben sollte, zeigt die Realität hingegen, dass Bildung immer noch stark vererbt wird. Der Bildungserfolg hängt in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern immer noch überdurchschnittlich hoch vom Bildungsniveau sowie dem sozioökonomischen Status der Eltern ab. Wie gut Kinder im Schulsystem zurecht kommen, hängt von vielen Faktoren ab, sei es die finanzielle Lage der Eltern, deren Bildungsgrad, deren Bemühungen zur Unterstützung des Kindes oder auch mögliche andere Belastungssituationen, in denen Kinder aufwachsen können. Fakt ist jedoch, dass die Situation der Eltern sich stark auf die des Kindes auswirkt. 

Dies beginnt schon im Kleinkindalter, wo der Wortschatz der Kinder von Eltern mit nicht deutscher Erstsprache um ein Vielfaches geringer ist als bei Kindern von Eltern mit deutscher Erstsprache und einem höheren Bildungsgrad der Eltern. Die Bildungsrückstände dieser Kinder erreichen hier mittlerweile ganze Schuljahre.

Deutsche Sprache als Ent- & Ausscheidungsfaktor“ 

Weiterhin sind im österreichischen Schulsystem die Deutschkenntnisse wegweisend für den Schulerfolg. In Österreich hat fast jedes vierte, in Wien jedes zweite, Volksschulkind Deutsch nicht als Erstsprache. Dies bedeutet nicht automatisch schlechtere Deutschkenntnisse. Erkennbar ist dennoch eine starke Verdichtung von Risikofaktoren: nicht-deutsche Erstsprache, niedriger Berufsstatus und niedrige formale Bildung der Eltern. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, bedeutet dies für die Kinder weniger Unterstützungsmöglichkeiten seitens Elternhaus und somit eine besondere Gefährdung im Schulunterricht nicht mitzukommen und dementsprechend weniger Chancen zu bekommen, sein Potenzial auszuschöpfen zu können – Tendenz stark steigend (Quelle: Nationaler Bildungsbericht Ö 2021). 

Pandemiebedingte Verstärkung der Probleme

Gerade in der Pandemie hat sich das Problem zugespitzt. Viele Kinder haben zuhause weder technische Möglichkeiten noch einen ruhigen Arbeitsplatz, an dem sie ihre Aufgaben erledigen konnten, zur Verfügung gehabt. Die tägliche Struktur und die Tageseinteilung, die sie in der Schule regulär haben, war zuhause kaum möglich. Von einigen Kindern war also der Schulbesuch auch während Lockdowns sehr gefragt, weil sie schlichtweg auf die Hilfe angewiesen waren. 

System „Schule und Schulaufbahn“ 

Zusätzlich haben wir im österreichischen Bildungssystem drei Trennungen entlang der Schullaufbahn und somit auch Auswahlverfahren bzw. eine Selektion der Kinder. Kinder, die die volle Zeit im Kindergarten verbringen, erhalten eine gute Basis an sozialen und sprachlichen Fähigkeiten. Im Übergang von Kindergarten zur Volksschule und von der Volksschule zur Sekundarstufe trennen sich die Wege der Kinder erneut.

Homogener Unterricht für heterogene Gruppen

Was viele Kinder brauchen ist eine individuelle Unterstützung, dafür ist jedoch unser Schulsystem nicht genügend auf die Heterogenität der Kinder ausgelegt. Obwohl viele Pädagog_innen versuchen, bestmöglich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen, ist es bei der Bandbreite an unterschiedlichen Ausgangslagen fast unmöglich auf jedes Kind individuell einzugehen. 

Es braucht also breitflächig gute Unterstützung für Pädagog_innen und Schulen, um tatsächlich jedes Kind mitzunehmen, zB. mehr pädagogische Unterstützung für das Lehrpersonal im Bereich der Dyskalkulie, Logopäd:innen, Schulpsycholog:innen und Sozialberater:innen. Ebenfalls nicht zu vergessen ist die notwendige Elternarbeit. Gute Unterstützung und Aufklärungsarbeit der Eltern in einem breiten Netz an Schulen mit Bildungsinitiativen erweisen sich immer wieder als Good Practice Beispiele. Wichtig wäre eine gute Vernetzung und ein intensiverer Austausch zwischen Bildungsinitiativen und Projekten mit der Schule. 

MEGA Bildungsmillion für mehr Chancen-Fairness 

Ebensolche innovative Lösungsansätze suchen wir innerhalb der MEGA Bildungsstiftung. Bis 5. Mai läuft die Einreichphase für die MEGA Bildungsmillion, bei der sechs erfolgreiche Bildungsinitiativen mit bis zu 200.000 Euro sowie einem Wachstumsprogramm gefördert werden. In Kooperation mit dem ORF holen wir im Rahmen der MEGA Bildungsshow auf ORF III großartige, innovative Projekte im und rund ums Bildungssystem auf die Bühne.

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