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Warum braucht es Bildungsinnovationen in Österreich?

Die MEGA Bildungsstiftung hat sich zum Ziel gesetzt Bildungsinnovationen in den zwei Bereichen Chancen-Fairness und Wirtschaftskompetenz/Life-Skills zu fördern. Im Kontext der MEGA Bildungsstiftung verstehen wir Innovationen als wirksame Ideen, die sich auf eine neue Art und Weise mit dem Ausbau von Chancen-Fairness und der Förderung von Wirtschaftskompetenz/Life-Skills in Österreich auseinandersetzen. Warum braucht es das?

Studien belegen, dass in Österreich Bildung nach wie vor stark vererbt wird. Das bedeutet, welche Chancen Jugendliche haben, ist oftmals von familiärer Herkunft und sozialer Schicht abhängig. Zum Beispiel, haben Kinder aus bildungsfernen Familien einen Bildungsrückstand von bis zu 2,5 Schuljahren gegenüber Kindern von Akademiker_innen. Gleichzeitig können ein Viertel der Jugendlichen mit 15 Jahren nicht sinnerfassend lesen. Davon betroffen sind insbesondere Schüler_Innen aus Mittelschulen, Schüler_innen mit bildungsfernen Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Innovative Projekte zeigen wie man diese Herausforderungen anpacken kann. Der Hamburger Bücherkoffer ist beispielsweise ein solches Projekt. Diese Initiative hat das Ziel, Bücher zu Kindern zu bringen, die zu Hause kaum bis keinen Zugang zu Lesematerialien haben. Der Koffer enthält Kinderbücher in zwölf verschiedenen Sprachen, die zum gemeinsamen Lesen einladen. 

Eine weitere Herausforderung, die Bildungsinnovationen erfordert, ist das Ergebnisse der YEP Studie. Diese belegt, dass nur ein Viertel der befragten Jugendlichen sich von der Schule ausreichend auf die Zukunft vorbereitet fühlt. Zudem geben 78% der befragten Schüler_innen an, dass Schule nicht auf den Umgang mit Geld vorbereitet.

In Nordrhein Westfalen wurde aufgrund ähnlicher Daten, das Schulfach Wirtschaft an allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen als Pflichtfach eingeführt. Das australische Projekt Banquer hat sich auf die Vermittlung von Finanzwissen spezialisiert und ermöglicht Lehrer_Innen die Klasse in eine virtuelle Wirtschaftsraum zu verwandeln der es Kindern und Jugendlichen ermöglicht spielerisch zu wirtschaften und somit auf die Realität des Erwachsenenleben vorzubereiten.

Zudem sehnen sich Jugendliche nach sogenannten Life-Skills. Das Weltwirtschaftsforum versteht darunter 16 Kompetenzen, die für das 21. Jahrhundert wesentlich sind. Darunter fallen zum Beispiel die “4Ks”: Kritisches Denken, Kooperation, Kommunikation und Kreativität. Das Erlernen dieser Kompetenzen, wird als notwendig erachtet, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Hier gibt das finnische Projekt Seppo Inspiration. Lehrer_innen erstellen mit Hilfe der Software interaktive Lernspiele, die dann in der Praxis von den Kindern und Jugendlichen in Teams gelöst werden müssen. Durch die spielerische Herangehensweise wird einerseits die Angst vorm Ausprobieren neuer Dinge genommen, sowie Teamarbeit und der Einsatz von digitalen Technologien gefördert.

Die vierte Herausforderung, die wir als MEGA Bildungsstiftung im Bereich Bildungsinnovationen sehen, ist das Bildungsinitiativen derzeit oftmals kleine Inseln sind. Das bedeutet es gibt wenig Plattformen, die eine Vernetzung untereinander motivieren. Gleichzeitig sind Projekte im gemeinnützigen Bildungsbereich oftmals unterfinanziert, undermanaged und haben einen Mangel an Wachstumsfantasie. Um zivilgesellschaftliches Engagement nachhaltig zu fördern braucht es somit vereinte Kräfte, sowohl von staatlicher als auch privater Seite. Nur dann können möglichst alle Talente in Österreich, unabhängig von sozialen Hintergrund, in die Entfaltung kommen und junge Menschen die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft aktiv mitgestalten.

Bibliographie:
Pisa Studie 2019
YEP Bericht „Skills to be Fit for the Future“ 2019
Deloitte Radar 2019

Chancen-Fairness in Zeiten von Corona

Mache ich einen Unterschied?

Best Practice im Interview: Quinoa Schule in Berlin

MEGA Botschafter Ali Mahlodji

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